Afrikanische Hitze legt Spanien lahm!

Veröffentlicht auf von Angelika

Afrikanische-Hitze» in Spanien
Alle stöhnen unter der  «Sahara-Hitze». Weil die Temperaturen teilweise bis zu 40 Grad erreichen, riefen die Gesundheitsbehörden am Mittwoch für weite Teile des Landes Hitzealarm aus. Betroffen sind vor allem Madrid, Toledo, Sevilla und Córdoba.
Heißer Wind aus Nordafrika sei die Ursache für die Hitze, teilte der Wetterdienst mit. Bis Katalonien hoch kommen afrikanische Heusschrecken mit den heißen Winden.  Während  der Sommer bislang ungewöhnlich mild war schlägt nun die Hitzewelle voll zu und legt jede Aktivität lahm. Die Behörden riefen die Menschen auf, die Sonne zu meiden, leichte Kleidung zu tragen und viel Wasser zu trinken. Touristen bleiben zum Teil auch über Mittag am Strand, dann ist die Sonneneinstrahlung am stärksten. Für einige endet diese Urlaubsfreude oft im Ktankenhaus.
In Portugal brachen bei großer Hitze und Trockenheit binnen 24 Stunden etwa 100 zumeist kleinere Waldbrände aus, berichtete der Rundfunk. Sie seien aber rasch gelöscht worden. In der Gegend um Coimbra im Westen des Landes seien bis Dienstagabend 100 Feuerwehrleute und Helfer gegen die Flammen im Einsatz gewesen. In den ersten drei Juliwochen wurden in Portugal mehr als 1500 kleinere Brände gezählt. Über die zerstörte Fläche machten die Behörden keine Angaben. Auch in Spanien herrscht erhöhte Waldbrandgefahr.

Was sagen die Experten über die Hitzewelle?

Am 13. August 2003 trat die ONU, Experten der Nacion Unidades zusammen und beriet sich über das Klima. Man gab die Schuld an dieser extremen Hitzperiode dem hohen Kraftstoffverbrauch und ein Professor einer Schweizer Zeitung stellte fest, das die Temperaturen in den letzten  zehn Jahren kontinuierlich angestiegen sind. Dies sei nicht nur in Europa zu spüren, auch Indien ist besonders betroffen, wo allein im letzten Sommer 1.664 Hitzeopfer beklagt wurden.
Durchschnittstemperaturen in diesem Sommer:
38,6 Grad Barcelona, 41,9 Grad Burgos, 39 Grad in Santiago de Compostela. Das Gleiche in Frankreich, die Bretagne  hatte seit 350 Jahren keine solche Hitze gemessen. Auch  Italien und Deutschland hatten unter der Sonnenglut zu leiden.
Die Hitzewelle kam aus Afrika und breitete sich in über ganz Europa aus. Gefährlich an dieser Wetterlage war, das sich starke Gewitter bilden, die Sturzbäche von Regen bringen und zu Unwettern mit Katastrophencharakter führen.


Die Hitzewelle und ihre Folgen.
Der Sommer 2003 wird für viele in Erinnerung bleiben. Während der Frühling eher regnerisch und kühl war, begann die Hitze pünktlich zum Sommerbeginnfest San Juan am 23.Juni. Die Strände füllten sich schlagartig, doch für diejenigen die arbeiten mussten begann ein lange qualvolle Durststrecke. Wer keine Klimaanlage besaß versuchte auf andere Weise Abkühlung zu bekommen. Ende August gab es 69 Tage keinen Regen. Es ging zwar mal hier und dort ein leichtes Gewitter mit ein paar Tropfen herunter, aber das war kaum nennenswert und brachte anschließend nur noch mehr Hitze.
Rekordtemperaturen von im Schnitt 38,6 Grad. Eine Stadt wie Barcelona verzeichnet an nur einem Tag 161 Tote durch Hitze. Viele Leute erkälteten sich durch Zugluft und Klimaanlagen. Eine  Grippewelle folgte und zwang viele Leute mit Fieber und Brechreiz ins Bett. Während in anderen spanischen Regionen wie die Costa Blanca Wasserknappheit auftrat, konnte die Costa Brava immerhin mit kühlen Quellen und genügend Wasser in den Stauseen sich glücklich schätzen. Doch in einer Großstadt wie Barcelona trat kurzfristig doch Wassermangel auf. Es brach im Port Olimpic ein Chaos aus, als man zwecks Regulierung, das Wasser 15 Stunden abstellte.  Die Restaurants servierten das Essen und Trinken in Plastiktellern und Bechern.  Doch die Hitzewelle hat noch andere Folgen. Auch die Natur litt unter der Glut der Sonne. Alle Laubbäume verdorrten und die Wälder waren insgesamt ausgetrocknet. Eine weitere Gefahr bergen die Felssteingebiete, besonders an der Küste. Der Sandstein nimmt tagsüber die Wärme auf und nachts, wenn vom Meer  die Feuchtigkeit sich niederschlägt, nimmt das Gestein diese auf und fängt an zu bröckeln. Das Gestein fängt an zu arbeiten, bläht sich auf und  es besteht akute Steinschlaggefahr!  Auf diese Weise ist am 25. August am Strand von Senyor Ramon, zwischen Tossa de Mar und San Feliu, Santa Cristina d´Aro ein Mann ums Leben gekommen und weitere Menschen wurden schwer verletzt, als ein Steinbrocken  auf ein kleines voll besetztes Strandrestaurant runterpolterte und die Menschen unter sich begrub. Auch Pinien beginnen bei Hitze zu arbeiten und so brach eine Pinie am Playa Canyelles in Lloret de Mar,  die sich oberhalb eines Restaurants befand und sich nicht mehr im Steinboden halten konnte und schlug auf ein Restaurant. Zum Glück  blieb es nur bei einem Sachschaden, da das Restaurant zu diesem Zeitpunkt geschlossen hatte. Des weiteren explodierten Schaufensterauslagen und Feuerzeuge in Autos, die zu lange in der Sonnenglut standen. Alles in allem wurden, wenn nicht völlig erledigt durch die Hitze, die Leute sehr nervös und jeder versuchte so gut wie es ging ein Platz am Strand zu bekommen. Auch hier wurden  in diesem Sommer öfter als gewohnt die Rettungswagen gerufen, denn es gab viele Leute die einen  Hitzeschlag erlitten. Kein Wunder, denn trotz subtropischer Temperaturen, verweilten viele Badegäste am Strand und setzten sich der aggressiven Sonneneinwirkung stundenlang aus. Diejenigen, welche im Tourismus arbeiteten, leisten in diesen Tagen unmenschliches. Köche und Kellner müssten eigentlich eine Auszeichnung erhalten. Auch die Leute, die im ständigen Einsatz der Notrufe waren, gehört gebührenden Dank.
Ende August kündigt die Wettervorhersage ein Ende der Hitzewelle an. Wenn es stimmt, erwartet die Costa Brava eine andere gefährliche Situation. Die Wetterstationen warnen seid längerer Zeit vor Schlagregen. Da kommen Wassermassen innerhalb von Minuten in  solchen Mengen, das es zu Katastrophen kommt. In Bilbao, Nordspanien ist dies bereits am 19. August eingetreten. Auch Barcelona war auf Alarmstufe vor zwei Wochen. Das Unwetter blieb jedoch aus. Am Wochenende des 30/31. August ist für die meisten Spanier der Urlaub zu Ende. Man erwartet ein Rückreisewelle von 5 Millionen Fahrzeugen in ganz Spanien. Falls der große Regen kommt, könnte es ein Chaos geben. Des einen Leid ist des anderen Freud. Der Getränkeindustrie bescherte  die Hitzewelle ein dickes Umsatzplus und das nicht nur in Spanien, denn Frankreich und Italien litten ebenfalls unter Glut der Sonne. Pünktlich zum 1. September kam in der Nacht ein Gewitter und brachte anhaltenden wunderbaren Regen. Menschen liefen auf die Straße um sich einfach vom Regen berieseln zu lassen. Die Temperaturen fielen merklich auf schlappe 20 Grad. Der Herbst lässt grüßen.

Die Hitzewelle im Jahr 2003 ließ die Costa Brava brennen.
Die Fotos die im Fernsehen und durch die Presse gingen erinnerten an Kriegsbilder und nicht an einen wunderschönen Urlaubsplatz der sich Costa Brava nennt. Langsam ging die  Angst um; denn je länger die Hitze andauerte, je größer wurde die Gefahr eines Brandes. Infolgedessen verloren viele Leute nicht nur Ihre Häuser sondern auch ihr Leben im Feuer, so wie im Fall Sant Llorenç, wo fünf Familien sich vor dem Feuer retten wollten und regelrecht aus Sauerstoffmangel erstickt sind.
Die Meldungen kamen fast täglich. Es brennt! Die Costa Brava reich an Wald und Pinienbestand  hat in diesen heißen Tagen höchste Alarmstufe für Feuergefahr. Doch  es scheint immer noch Leute zu geben die das nicht kümmert. Da werden brennende Zigaretten aus dem Auto geworfen, im Wald gegrillt, oder Flaschen achtlos weggeworfen. Bei laufendem Motor sich eine halbe stund lang unterhalten. Oder aber auch die Situation als Spekulation auf Grundstücke ausgenutzt.
So kam es häufig zu Bränden entlang der N-II und der Autobahn 7, weil achtlos Zigaretten aus den fahrenden Autos geworfen wurden. Der Brand war entlang der Autobahn so stark, dass die Autos stoppten und die Fahrer einfach ihre Wagen stehen ließen und zu Fuß vor dem Feuer flüchteten. Die Situation spitzte sich zu. Am 14. August 03  brannte es in der Nähe Tordera wo kurzfristig 3.100 Leute in Sicherheit gebracht werden mussten. Auch um Llagostera brannte es und am letzten Augusttag auch in Platja d´ Aro, wo 13 Wohngegenden und drei Campingplätze unmittelbar betroffen waren. Einige unserer Leser waren in Calogne direkt davon betroffen und mussten kurzzeitig Ihre Häuser wegen der starken Rauchentwicklung verlassen. In diesem August wusste die Feuerwehr nicht wohin sie zuerst ausrücken sollte. Auch Wasserflugzeuge und Helikopter waren oft im Großeinsatz. Die traurige Bilanz eines Sommers. 36.000 ha Wald sind in ganz Spanien durch Feuer vernichtet worden. Eine gute Sache hat das Feuer aber auch. Es gibt eine natürliche Flurbereinigung und dort wo das Feuer war, wird bald frisches Grün sprießen und auch die Bäume werden sich langsam erholen und treiben neu aus. Zumal jetzt ein starker Regen eingesetzt hat. In Olot  beispielsweise hat man in den ersten Septembertagen 32qm Regen gemessen. Eines jedoch wird deutlich, man sollte vielleicht einmal darüber nachdenken eine gezielte, kontrollierte Flurbereinigung durch abbrennen des Unterholzes zu organisieren. Das schafft Arbeitsplätze und pflegt und  erhält den Waldbestand und die Feuergefahr nimmt durch das nicht mehr vorhandene Unterholz ab.

Warum man vorsichtig sein sollte bei großer Hitze.
Jeder Organismus reagiert anders auf Hitze. Man wird schlapp, müde, träge, bekommt Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Schlaflosigkeit sind die ersten Anzeichen von Körperreaktionen bei großer Hitze.
Wichtig wird nun das Kühlsystem des Körpers intakt zu halten. Der Körper hat normale 37 Grad Temperatur. Um diese Temperatur zu halten reagiert das Herz und Kreislaufsystem um die  Hitze im Körper zu regeln, indem das Herz mehr Blut  zur Hautoberfläche pumpt. Übersteigt die Luft die Hautemperatur, beginnen die Drüsen Feuchtigkeit abzugeben und verteilen diese über die gesamte Haut. Man schwitzt also. Dadurch wird der Körper gekühlt. Das natürliche Kühlsystem kann aber durch falsche Ernährung, Kleidung, mangelnde Flüssigkeit empfindlich gestört werden.
Dann kann es zu einem Hitzestau im Körper kommen, wie zum Beispiel durch tragen von Synthetikkleidung bei großer Sonneneinstrahlung. Der Körper kann sich nicht mehr genügend abkühlen und es kommt zum Hitzschlag. Schwindelgefühl, Brechreiz treten auf. Man sollte sich sofort hinlegen, kühle nasse Tücher auflegen und viel trinken. Man sollte auf jeden Fall die Sonne meiden und bei stärkeren Störungenen den Arzt rufen, da akute Lebensgefahr besteht. Besonders betroffen sind Menschen mit hohem Blutdruck und Übergewichtige. Noch ein Tipp. Verzichten Sie auf lange Strandtage. Gehen Sie lieber bei Sonnenuntergang schwimmen. In diesem Sommer waren die Strände nachts fast genauso viel besucht wie tagsüber.
Duschen Sie möglichst warm und nicht kalt, da kaltes Wasser die Blutgefäße zusammen zieht und danach die Wärme im Körper angeregt wird. Trinken Sie viel und oft. Am besten Mineralwasser, da auch Salz im Mineralwasser ist, das dem Körper fehlt, weil er viel schwitzt. Auch Wassermelonen sind in so heißen Tagen nicht nur lecker, sondern ein Wasserspender. Essen sollten Sie in kleineren Mahlzeiten und nicht zu üppig. Lieber leichte Kost wie Salate, viel Obst und Gemüse zu sich nehmen.
Jetzt haben Sie viel auf sich geachtet. Achten Sie bitte auch auf Ihren Vierbeiner, denn diese leiden genauso wie Sie. Lassen Sie kein Tier, auch nicht bei geöffnetem Fenster im Auto zurück. Auch nicht um nur eben einen Kaffee zu trinken. Sorgen Sie dafür das Ihr Tier genügend Trinkwasser hat, befreit ist vom Winterfell. Besser ist es morgens oder abends mit dem Tier spazieren gehen und tagsüber es einfach mal kühl abduschen.
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