Vom Maultier zum Mercedes in Überschallgeschwindigkeit!

Veröffentlicht auf von Angelika

Ein Spanier kommt an einen Flugschalter und will ein ticket kaufen: Einmal bitte vom Maultier zum Mercedes Hin und zurück in Überschallgeschwindigkeit!

So könnte man die Situation in Spanien bezeichnen. Man hatte gerade noch das "IAH,IAH der schreienden Maulesel im Kopf weshalb auch die Touristen kamen und dass Bild eines Gitarrenspielers auf dem Marktplatz verfeinerte den spanischen "Flair".
Mit Europa kam der Euro und mit ihm kam der "Boom"  bedingt durch Schwarzgeld welches man schnell noch retten wollte bevor der  Euro die Oberhand bekam und das Schwarzgeld unterm Kopfkissen nichts mehr wert war. Man kaufte per Internet Häuser die man noch nie gesehen hatte. So wurden Tonnenweise  Geld ins Land gepumpt. Auch Deutsche kauften viel und gerne und heute freut sich der Fiskus! Man hat sie alle.
Findige Immobilienmakler rochen den Braten. Sie schickten ihre Arbeitsdrohnen zum klingeln in die Häuser  um die Besitzer zum verkaufen zu bewegen. Um der ungeheuren plötzlichen Nachfrage  aus der ganzen Welt  (alle wollten Spanien und Meerblick!!!) "Herr" zu werden, stampfte man über Nacht  Häuser aus dem Boden mit viel Schmiergelder im Rathaus ging alles. Selbst in den Sommermonaten durfte gebaut werden was vorher absolut verboten war. Manch ein Maurer und einfacher Handwerker wurde zum "Emporkömmling" und nannte sich nun Construcciones S.L. (Baugesellschaft). In aller "Munde" "alto standing" (Qualitätsbau).
Was auch immer darunter zu verstehen war es wurde geklotzt, zumindest nach außen. An Abwasserkanäle und Umweltschutz dachte niemand. Immobilienbüros schossen wie Pilze aus dem Boden und vorherige Kellner waren plötzlich im Anzug geschniegelt und gestriegelt hinter dem Schreibtisch eines Immobilienbüros zu finden. Natürlich fuhr jeder einen Jeep der gehobenen Klasse ab 100.000€ aufwärts. Man lachte über die alten Karren auf der Straße und zeigte gern und Jedem wie erfolgreich man doch ist. Jeder gab sich wie ein Millionär. Miami und Las Vegas  waren die großen Vorbilder. Easy way of America!  Ehemalige "Bauerntrampel" (perdon!!) entschwanden aus den Designer-Boutiquen von Platja de D´Aro  (vergleichsweise die "Kö" von Düsseldorf) als "first Lady" im Sexy-Look. Schönheitssalons hatten ebenfalls Hochkonjunktur! Früh morgens sah man sie "Joggen" danach im Beauty Salon und Friseur und Mittags im Restaurant a la Cart. Handys  wurden in Mengen gekauft. Telefonieren heißt Geschäftttüchtig zu sein. Also egal wo, es wird gezeigt wer man ist. Das alte Sprichwort die "Calle" (Straße) ist mein Bühnenauftritt. Hier war es allgegenwärtig.
Die Immobilienpreise kletterten täglich in astronomische Höhen. Bauland war nun schon 100 mal teuerer und Baugenehmigungen an Investoren aus dem Ausland wurden nur zögerlich gegeben. Also wieder veräußern an die schon wartenden  einheimische Construcctions S.L. die am nächsten Tag bereits die Bagger stehen hatten. Die Kinder wurden ausgestattet wie die Ölscheichprinzen und benahmen sich auch so. Schreiend , lärmend, unwillig, nörgelnd, keiner da der Einhalt gebot. Heute stehen sie genauso grölend auf der Straße vor den Diskos, rasen sich an Wochenende mit teuren Autos zu Tode. Von dem Drogen und Alkoholdilämmer in Spanien mal ganz zu schweigen.
Immer mehr Immigranten wanderten ein. Vorzugsweise Südamericanos, und Menschen aus Afrika. Alle hatten Arbeit oder das was man darunter versteht. Los "Morros" die Dunkelhäutigen unsere Arbeiterklasse. Alle bekamen Hypotheken und Banken gaben zusätzlich Konsumkredite.
Die Deutschen spielten während dieser Zeit eher eine untergeordnete Rolle. Sie haben Geld zu haben und zu zahlen ohne wenn und aber. Wer es sich nicht leisten kann hier zu leben der soll doch gehen! Hungerleider möchten wir hier nicht. An der Küste entstanden schon vor diesem Boom Deutsche Wohnkolonien, die mit Mafia ähnlichen Methoden zu kämpfen hatten und haben was die Unterhaltung ihrer Häuser und Abgaben angeht.
Das große Erwachen!
Der  Immobilienmarkt ist schwach auf der Brust. Keine Nachfrage mehr. Keine Hypothekenvergabe von  Mund zu Mund Beatmung leben die spanischen Banken. Nun,wie kann es anders sein, bricht  auch der Autosektor zusammen. Allein im August gingen die Absatzzahlen um 40 Prozent zurück. Und ein Konjunkturprogramm ist nicht in Sicht, die Regierung hat ihr Pulver bereits verschossen.

Selbst Spaniens Premier José Luis Rodríguez Zapatero mußte nach seiner Sommerpause eingestehen das diese "Krise" gewaltig ist und eine Ende noch nicht absehbar sein wird. Wegen der stark gesunkenen Nachfrage - allein im August brach der Pkw-Absatz um 40 Prozent ein - planen die auf der Iberischen Halbinsel vertretenen Autobauer jetzt drastische Stellenstreichungen. So werden in den Fabriken der US-Autobauer Ford und General Motors in Almussafes (Valencia) und Saragossa 2000 Arbeitplätze wegfallen, die VW-Tochter Seat reduziert die Produktion von einigen Modellen. Auch bei Renault und Peugeot ist Arbeitsplatzabbau im Gespräch.

Die erste Bilanz der Sommersaison an den Urlaubsorten fiel bescheiden aus. Es kamen nicht nur deutlich weniger Touristen aus dem Ausland, auch viele Spanier blieben zu Hause. In Nordspanien etwa beklagten Hoteliers gleich einen zweistelligen Rückgang bei der Auslastung. Die Fluglinien erlebten gar den schlimmsten Sommer in ihrer Geschichte. Vorläufigen Expertenschätzungen zufolge dürften sie allein auf den Inlandsrouten 250 Mio. Euro Verlust eingeflogen haben, auch in dieser Branche stehen 2000 Arbeitsplätze zur Disposition. Inzwischen ist die Arbeitslosigkeit wieder auf elf Prozent gestiegen, und sie steigt so schnell, wie sonst nirgends in der EU. berichtet heute die "Welt-online".
Prognosen der EU-Kommission, werde im zweiten Halbjahr in eine Rezession abgleiten. Aus dem EU- Musterschüler wird damit wieder ein Hinterbänkler.

Oder wird man bald wieder  das bekannte "IAH", IAH" vernehmen?
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