Der "schwarze September2008 " für die Spanier.

Veröffentlicht auf von Angelika

Eine alte Tradition in Spanien ist der "Schwarze Mann im Frack". Er taucht auf wenn der der Schuldner gemütlich im Restaurant mit seinen Freunden oder Kunden sitzt. Der "Schwarze Mann" kommt und fordert die Begleichung der Schulden. Eine sehr erfolgreiche Art der Schulden Eintreibung.
Nun schlägt In Spanien  die Stunde der Wahrheit und der  Inkassofirmen. Ihr Boom ist auf die um sich greifende Finanzkrise zurückzuführen. In kurzer Zeit haben die Inkassospezialisten Multigestion Iberia ihre Belegschaft verdoppelt.
Auf großzügigen  Bürogeschossen des Inkassospezialisten in Madrid ist der Boom ausgebrochen. Täglich werden neue Spezialisten eingestellt, denn man erwartet viel Arbeit. Die Belegschaft hat sich in nur einem Monat verdoppelt.
Problemkredite, Konsumkredite und Hypotheken wollen die Banken und Sparkassen schnell verkaufen und der Handel untereinander blüht. Der Handel wächst sprunghaft und jede Woche kommen neue "faule" Kredite hinzu. Guter Boden für die Finanzierungsbüro die wie früher die Immobilienbüros, wie Pilze aus dem Boden wachsen.

Der Schuldner seinerseits versucht über neue Kredite aus den Finanzierungsbüros auf der Strasse die für ihn nicht mehr zu bedienenden Bankkredite  zu halten. Er hofft so die Inkasso Gesellschaften abzuwenden.

Es ist wahrhaft ein "schwarzer September" für die Spanier. Im letzten Jahr um diese Zeit waren sie noch im Urlaub und in den Restaurants. Jetzt sind schlagartig die Strände leer und die Finanzierungsbüros voll.
Die Stunde der Wahrheit rückt nun auch für die Spanier immer näher in den letzten zehn Jahren waren alle in den Konsumrausch gefallen,  nun haben sie mit hoher  Verschuldung und erhöhten Kreditzinsen zu kämpfen.
Spanische Haushalte sind im Schnitt mit 130 Prozent ihres verfügbaren Einkommens verschuldet. Besonders schlimm, denn auch der Arbeitsmarkt lahmt gewaltig und Besserung ist nicht in Sicht.

Die Banken Ihrerseits wählen die galante Art um sich nicht mit dem verschuldeten Privatmann herum schlagen zu müssen. Sie verkaufen die "faulen" Kredite in Bündeln an die Inkassogesellschaften Sie kaufen gerne, weil nun deutlich unter 50 Prozent bis zu 99 Prozent vom nominalen Darlehenswer ein/verkauft wird.

Schon im letzten Jahr begann der Ausverkauf . Die zweitgrößte spanische Bank, BBVA, verkaufte ein zehn Jahre altes Kreditpaket im Nominalwert von 720 Millionen Euro an Multigestión Iberia. Insgesamt wechselten 2007 Problemkredite im Wert von 3,2 Milliarden Euro in Spanien den Besitzer.

In diesem Jahr könnten die Banken und Sparkassen Schätzungen zufolge fast das Doppelte an die Inkassofirmen verkaufen. Gerade in den nächsten Monaten dürfte der Verkauf von Kreditpaketen besonders in Gang kommen, da die Ausfallraten stark ansteigen und Banken ihre Bilanzen zum Jahresende sauber präsentieren wollen.

Damit noch nicht genug. Auch die ausländischen Inkassodienste aus den europäischen Ländern wittern gute Geschäfte in Spanien. Die schwedische Intrum Justitia, die britischen Firmen Link Financial oder Cabot Financial sowie die norwegische Aktiv Kapital gründeten in letzter Zeit Filialen in Spanien.

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