Die Costa Brava brannte 2003- Heute wieder Brandgefahr

Veröffentlicht auf von Angelika

Die Hitzewelle und ihre Folgen.
Der Sommer 2003 wird für viele in Erinnerung bleiben. Während der Frühling eher regnerisch und kühl war, begann die Hitze pünktlich zum Sommerbeginnfest San Juan am 23.Juni. Die Strände füllten sich schlagartig, doch für diejenigen die arbeiten mussten began
n ein lange qualvolle Durststrecke. Wer keine Klimaanlage besaß versuchte auf andere Weise Abkühlung zu bekommen. Ende August gab es 69 Tage keinen Regen. Es ging zwar mal hier und dort ein leichtes Gewitter mit ein paar Tropfen herunter, aber das war kaum nennenswert und brachte anschließend nur noch mehr Hitze.
Rekordtemperaturen von im Schnitt 38,6 Grad. Eine Stadt wie Barcelona verzeichnet an nur einem Tag 161
Tote durch Hitze. Viele Leute erkälteten sich durch Zugluft und Klimaanlagen. Eine  Grippewelle folgte und zwang viele Leute mit Fieber und Brechreiz ins Bett. Während in anderen spanischen Regionen wie die Costa Blanca Wasserknappheit auftrat, konnte die Costa Brava immerhin mit kühlen Quellen und genügend Wasser in den Stauseen sich glücklich schätzen. Doch in einer Großstadt wie Barcelona trat kurzfristig doch Wassermangel auf. Es brach im Port Olimpic ein Chaos aus, als man zwecks Regulierung, das Wasser 15 Stunden abstellte.  Die Restaurants servierten das Essen und Trinken in Plastiktellern und Bechern.  Doch die Hitzewelle hat noch andere Folgen. Auch die Natur litt unter der Glut der Sonne. Alle Laubbäume verdorrten und die Wälder waren insgesamt ausgetrocknet. Eine weitere Gefahr bergen die Felssteingebiete, besonders an der Küste. Der Sandstein nimmt tagsüber die Wärme auf und nachts, wenn vom Meer  die Feuchtigkeit sich niederschlägt, nimmt das Gestein diese auf und fängt an zu bröckeln. Das Gestein fängt an zu arbeiten, bläht sich auf und  es besteht akute Steinschlaggefahr!  Auf diese Weise ist am 25. August am Strand von Senyor Ramon, zwischen Tossa de Mar und San Feliu, Santa Cristina d´Aro ein Mann ums Leben gekommen und weitere Menschen wurden schwer verletzt, als ein Steinbrocken  auf ein kleines voll besetztes Strandrestaurant runterpolterte und die Menschen unter sich begrub. Auch Pinien beginnen bei Hitze zu arbeiten und so brach eine Pinie am Playa Canyelles in Lloret de Mar,  die sich oberhalb eines Restaurants befand und sich nicht mehr im Steinboden halten konnte und schlug auf ein Restaurant. Zum Glück  blieb es nur bei einem Sachschaden, da das Restaurant zu diesem Zeitpunkt geschlossen hatte. Des weiteren explodierten Schaufensterauslagen und Feuerzeuge in Autos, die zu lange in der Sonnenglut standen. Alles in allem wurden, wenn nicht völlig erledigt durch die Hitze, die Leute sehr nervös und jeder versuchte so gut wie es ging ein Platz am Strand zu bekommen. Auch hier wurden  in diesem Sommer öfter als gewohnt die Rettungswagen gerufen, denn es gab viele Leute die einen  Hitzeschlag erlitten. Kein Wunder, denn trotz subtropischer Temperaturen, verweilten viele Badegäste am Strand und setzten sich der aggressiven Sonneneinwirkung stundenlang aus. Diejenigen, welche im Tourismus arbeiteten, leisten in diesen Tagen unmenschliches. Köche und Kellner müssten eigentlich eine Auszeichnung erhalten. Auch die Leute, die im ständigen Einsatz der Notrufe waren, gehört gebührenden Dank.
Ende August kündigt die Wettervorhersage ein Ende der Hitzewelle an. Wenn es stimmt, erwartet die Costa Brava eine andere gefährliche Situation. Die Wetterstationen warnen seid längerer Zeit vor Schlagregen. Da kommen Wassermassen innerhalb von Minuten in  solchen Mengen, das es zu Katastrophen kommt. In Bilbao, Nordsp
anien ist dies bereits am 19. August eingetreten. Auch Barcelona war auf Alarmstufe vor zwei Wochen. Das Unwetter blieb jedoch aus. Am Wochenende des 30/31. August ist für die meisten Spanier der Urlaub zu Ende. Man erwartet ein Rückreisewelle von 5 Millionen Fahrzeugen in ganz Spanien. Falls der große Regen kommt, könnte es ein Chaos geben. Des einen Leid ist des anderen Freud. Der Getränkeindustrie bescherte  die Hitzewelle ein dickes Umsatzplus und das nicht nur in Spanien, denn Frankreich und Italien litten ebenfalls unter Glut der Sonne. Pünktlich zum 1. September kam in der Nacht ein Gewitter und brachte anhaltenden wunderbaren Regen. Menschen liefen auf die Straße um sich einfach vom Regen berieseln zu lassen. Die Temperaturen fielen merklich auf schlappe 20 Grad. Der Herbst lässt grüßen.
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