Europa selbst Immigriert-Die neue Einwanderungswelle kündigt sich an

Veröffentlicht auf von Angelika

 

Die Bilanz der Zu- und Abwanderung fürs erste Halbjahr 2011 liegt vor:

  • 8.900 Griechen sind in diesem Zeitraum nach Deutschland gezogen – 84,5% mehr als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres.
  • 7.300 Spanier sind nach Deutschland gezogen – 49%  mehr.
  • 13.900 Italiener – 22,5% mehr.
  • 3.800 Portugiesen – 21% mehr.

Ein sprunghafter Anstieg. Dazu kommen noch die Polen und andere Osteuropäer, die seit dem 1. Mai freien Zugang haben. (Diese  Zahl fällt allerdings bescheiden aus, vergleicht man sie mit den Befürchtungen.)
 Insgesamt ist die Zuwanderung im ersten Halbjahr um 19% gestiegen, die Abwanderung hingegen leicht zurückgegangen, so dass sich ein Saldo von + 22% ergibt: + 135.000  (435.000 – 300.000)
Besonders bemerkbar scheint sich die Zuwanderung von Südeuropäern in Berlin zu machen.

In den hippen Stadtvierteln Berlins, in Kreuzberg, Friedrichshain, in Mitte oder in Prenzlauer Berg, in den Cafés und Bars fällt der Trend besonders auf: Man spricht spanisch. Junge Leute aus Madrid, aus Barcelona, aus Sevilla kommen in Scharen nach Deutschland, weil sie sich hier eine bessere Zukunft erhoffen, und besonders gerne kommen sie in die Hauptstadt.

Die Süddeutsche Zeitung lässt es sich erklären:

Klaus J. Bade, Migrationsforscher und Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration in Berlin führt den verstärkten Zustrom aus den beiden südeuropäischen Ländern auf die Wirtschaftskrise zurück:
„Es gibt eindeutige Belege für eine Konjunktur- und Krisenwanderung. Der entscheidende Push-Faktor ist die miserable Situation in Griechenland und Spanien.“

Ist das FÜR UNS schlecht? Bade:

Deutschland sei in Europa ein doppelter Krisengewinner:
Einmal, weil die wirtschaftliche Lage hierzulande noch wesentlich besser sei als in den anderen EU-Ländern.
Zum anderen, weil die meisten Arbeitskräfte, die aus Griechenland und Spanien kämen, relativ gut ausgebildet seien und für den hiesigen Arbeitsmarkt sehr hilfreich seien.
Den Fachkräftemangel in Deutschland könne man allein mit den Einwanderern aus Griechenland und Spanien aber nicht lösen. Dazu seien die absoluten Zahlen zu gering.

Bayerns Innenminister scheint die Sache auch positiv zu sehen:

„Es gibt innerhalb Europas ein enormes Zuwanderungspotential nach Deutschland, das wir nutzen müssen.“

Wir stehen erst am Anfang der Krisenentfaltung. Die kommenden Jahre werden voraussichtlich schlimm – für unsere südlichen Nachbarn, und in der Folge dann auch für uns.
Je schlimmer es wird, und je krasser der Abstand zwischen den Volkswirtschaften, desto größer werden die Wanderungsbewegungen werden. Sie könnte also ziemlich heftig werden – und kein Gesetz ist da, um zu bremsen …
Vielleicht werden wir Deutsche ja nicht zukzessive muslimisch, sondern südländisch,  mediterran? – Es könnte sein, dass sich unsere Xenophoben wieder einmal umstellen müssen. Was sagt der leidenschaftliche Statistiker Sarrazin dazu?

Die statistischen Zahlen selbst hab ich dem nicht frei online zugänglichen Artikel der SZ vom 23.12. entnommen.
Quelle: http://initiativgruppe.wordpress.com/2011/12/23/die-neue-einwanderungswelle-kundigt-sich-an/

Kommentiere diesen Post