Fluglotsenstreik-Erst jetzt wird die Hilflosigkeit und Drohgebärde der spanischen Regierung klar

Veröffentlicht auf von Angelika

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Die Regierung ziviler Fluglotsen drohte letzte Woche während des Streikes massiv mit Entlassungen, oder Gefängnis,  und das man die Vermögen der Fluglotsen beschlagnahmen würde. Jetzt stehen zwölf Fluglotsen, die am Freitag nicht zur Arbeit erschienen sind, in Madrid vor Gericht.


Die Staatsanwaltschaft fordert harte Strafen für jene, die am Freitagabend nicht zum Dienst erschienen sind und mit ihrem unangekündigten Streik die Sperrung des gesamten spanischen Luftraums und ein Chaos auf den Flughäfen zu verantworten haben.

Aktuell sind 20 Verfahren gegen den "harten Kern" der Streiker angestrengt worden. Gegen den Rest der  400 Fluglotsen wird ermittelt.

 Der Staatsanwalt  verkündete heute, dass nicht nur die "Spitze als Anführer auf schärfste verurteilt wird" sondern der "wilde Streik" hätte für alle Beteiligten Fluglotsen, die sich krankgemeldet hatten, schwerwiegende Folgen.

Auch die Ausrufung des Notstandes und dessen Fortsetzung sei notwendig gewesen um schlimmeres zu verhindern. Hunderttausende Betroffene,  und die Lähmung eines wichtigen öffentlichen Dienstes hätte diese Maßnahme gerechtfertigt.


Was weiß man eigentlich über den Dienst der Fluglotsen? 
Wie sehen die Arbeits-Bedingungen aus?

Der Schichtdienst gliedert sich grob in 3 Schichten: Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht. Frühschichten liegen etwa zwischen 6:00 und 15:30 Uhr, Spätschichten zwischen 13:00 und 23:00 Uhr und Nachtschichten zwischen 22:00 und 6:00 Uhr.
Die meisten Niederlassungen fahren ganz grob einen 5/3er Rhythmus, das heißt, 5 Tage arbeiten und 3 Tage frei. 
Dabei kommt es aber immer mal wieder zu Verschiebungen und zudem kann man seit Kurzem auch Wünsche äußern, was die freien Tage betrifft. Diese werden zwar berücksichtigt, sind jedoch nicht garantiert.
Grundsätzlich wird meistens von früh nach spät rotiert, d.h. ein "normaler" Dienstplan könnte folgendermaßen aussehen:
1. Tag Frühdienst
2. Tag Frühdienst
3. Tag Spätdienst o.Frühdienst
4. Tag Spätdienst
5. Tag Nachtdienst o. Spätdienst
6. Tag frei
7. Tag frei
8. Tag frei




Da in den verschiedenen Niederlassungen und EBG 
In einer EBG sind mehrere Luftraumsektoren zusammengefasst. 
Im Laufe der Ausbildung erwerben Fluglotsen alle Lizenzen für die Sektoren in ihrer EBG um ...
www.dfs.de/dfs/internet_2008/module/.../index.html 

die Schichten unterschiedlich lang sind, sind auch die Pausen unterschiedlich. Lotsen dürfen auf den meisten Sektoren maximal 2Stunden am "Bord" sitzen, danach muss eine Pause gemacht werden, weil höchste Konzentration" gefordert ist. Die Anzahl und Länge der Pausen sind wieder abhängig von der EBG, denn alle EBG und sind in Kategorien eingeteilt, wo die Pausenzeiten und Schichtlängen individuell festgelegt werden.


Das Einstiegsgehalt liegt zwischen ca. 5.000 und 6.500 € brutto, je nach Niederlassung und Belastung.
Grundsätzlich gibt es eine Steigerung 1 Jahr nach Ende der Ausbildung um ca. 300 € brutto. Insgesamt 8 Jahre nach Ausbildungsende kommt man wieder in die nächste Stufe. Die letzte automatische Steigerung folgt weitere 3 Jahre später.
Macht 4 automatische Gehaltserhöhungen um jeweils ca. 250-300 € brutto in 11 Jahren.
Noch nicht berücksichtigt sind dabei die jährlichen Tarifverhandlungen.


Verantwortung und Schichtdienst sollte man auf keinen Fall unterschätzen, das gute Gehalt ist keine Garantie! Für die nervliche Belastung kann man kaum einen "Garant" geben! Der Job als Fluglotse ist dadurch altersmäßig und zeitlich begrenzt und untersteht ärztlicher Fürsorge!
Der Einsatzort ist nicht frei wählbar.
Towerspezifische On-Job-Trainings, die zwischen 12 und 24 Monaten dauern, müssen immer erneut absolviert werden.
In  der Organisation "Sodecta", http://www.sodecta.org/site/ wird vermutet, dass der Grund für  Verzögerungen auf militärischer Seite ein Hintergrund besteht, nämlich die Flugsicherung zu privatisieren, was derzeit für AENA in Spanien vorgesehen ist. Verbesserungen durch militärischisches Personals wären erheblich kostenaufwendiger. Während ein ausgebilderter Fluglotse im Durchschnitt nur 20.000 Euro pro Jahr im zivilen Sektor rund 200.000 Euro pro Jahr verdient.
So sind derzeit, Militär-Controller nur durch ein Zertifikat über die Registrierung durch den Deputy Chief of Air (Sejema) erteilt worden. Mit der geltender Gesetzgebung kann und darf ein "Fluglotse" der spanischen Streitkräfte nicht den zivilen Verkehr regulieren.
Das zweite rechtliches Hindernis wäre, dass der spanischen Himmel mit seinen Flugaktivitäten gelähmt wäre, und dies seit Wochen, wenn die Voraussetzung für die Akkreditierung, die Bescheinigung über einen Controller-zivile oder militärische Dienste für ein bestimmtes Ziel, einsetzen wollte. Das Rating wird als "OJT" eine Abkürzung für den englischen Ausdruck "Training on the Job" in Kastilisch, bekannt als "Ausbildung am Arbeitsplatz, benannt." 

Der andere große Nachteil ist, das die  militärischen Fluglotsen durch ihre Spezialisierung noch nie einen Turm, oder gar eine aktive Leitstelle eines Flughafens gesehen haben, und nur über Kenntnisse theoretischer Art verfügen. Viele aus dem Kursus an der School of Airoch Traffic Salamanca, sagen, dass sie nichts über Navigation wissen.
 Ganz schön bedenklich, nicht wahr? Und erst jetzt wird die Hilflosigkeit und Drohgebärde der spanischen Regierung richtig klar.

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